Piraten im Kopf oder im Herz – oder beides?

Eine dumme Rückenverletzung gibt mir jetzt die Zeit meinen ersten Blog zu schreiben!

Seit vielen Monaten ballen sich die Gedanken, wegen „zu viel“ Aktivität immer wieder in eine Ecke gedrängt; Mach ich noch, schreibe ich noch, später… Ich habe im September 2011 begeistert und mit ungebremstem Elan angefangen. Der Elan hat mich getrieben: Hebewerk, Arbeitskreise, Bundes-und Landes-Parteitage, Tage der politischen Arbeit, tolle Menschen, die ich kennen gelernt habe, Wahlkampf – Hilfe im Saarland, (unser überraschender Wahlkampf in NRW hatte schon angefangen!) Direktkandidatur und all die Aktivitäten, die gemeinsam mit den anderen engagierten Piraten auch noch Spaß machen.

Es hätte immer so weiter gehen können – aber leider musste ich auch lernen, dass die Piraten selbst ihr größter Feind sein können, weil wir alle eben auch „nur“ Menschen sind. dass man manche Menschen lieber mag als andere – normal! Dass man aber Eifersüchteleien, eigene Karriere-Strategien, Abneigungen, den ganzen kleinlichen Kram, der uns täglich als Ballast begleitet, ÜBER das gemeinsame Ziel stellen kann, erntet bei mir nur Unverständnis. Ich bin und bleibe eben naiv, eine gutgläubige Phantastin, dumm, was alles einem so als schmückende Beiwörter einfallen mag.

Das Problem ist: Ich will mich nicht ändern! Ich will weiter an das gemeinsame große Ziel glauben und dafür arbeiten!

Ich will tatsächlich diese Welt verbessern! Ich will den Schwachen, den Minderheiten eine laute Stimme geben, ich will freien Netzzugang für alle, damit Bildung Barriere-frei für alle verfügbar ist, ich will allen Menschen auf Augenhöhe begegnen können.

Das alles können wir aber nur erreichen, wenn jeder Einzelne sich nicht mehr so schrecklich wichtig nimmt, der Einzelne zählt nur in der Gemeinschaft, nur zusammen sind wir stark.

Stress mit dem BuVo, dem LaVo, den „Neuen“, die nicht mehr wissen, welches das Ziel ist, den „Alten“, die sich für besser und klüger halten, Stress mit diesem und jenem!

Und alles, weil der Einzelne sich und seine Meinung für „der Weisheit letzter Schluss“ hält, weil jeder zu allem und jedem laut und ungefragt twittern, bloggen und mailen muss!

Jeder findet den Splitter im Auge des anderen – was ist mit dem Balken im eigen Auge?

Wir machen uns fast mit masochistischem Vergnügen täglich fertig und die guten Versuche, das zu bremsen, werden einen Tag gehört – vielleicht – und sind schon wieder vergessen.

Fehler der anderen werden genüsslich präsentiert und immer wieder breit getreten, dabei wird tunlichst übersehen, dass wir alle Fehler machen und nur das Wiederholen dumm oder schlimm ist.

Die vielen (Ja, ich glaube, dass es Viele sind!) Anständigen und Fleißigen gehen im Geschrei der Schreihälse unter.

Ich hatte den Wunsch, mein Bestes zu geben, ich hatte die Überzeugung, dass das viel ist und dass ich es kann, nur darum habe ich für die Liste der BT-Kandidaten selbst kandidiert. Der Zuspruch von Piraten, die ich sehr schätze, hat mich bestärkt, der angebrochene Rückenwirbel war ein großes Erschwernis – aber ja nur äußerlich – dachte ich. Er hat mich allerdings auch dünnhäutiger gemacht.

Das Grillen empfand ich, bei allen übrigens, als entweder banal oder unangemessen persönlich bis hin zur Gemeinheit.

Was „hintenrum“ lief, habe ich erst später und auch nur teilweise mitbekommen, not my game! Nach Frank Hermann’s Frage, ob ich nicht meinte, den Piraten im Wahlkampf Schaden zuzufügen „Dein Mann, der Lobbyist“, habe ich darüber und einiges Andere intensiv nachgedacht und kam als erstes zu dem Ergebnis: Platz 27 ist so uninteressant, da kann eine unrichtige Behauptung keinen Schaden anrichten,

Es ließ mir aber keine Ruhe, ich konnte nicht schlafen, ich versuchte, viele Schritte beiseite zu treten, um die ganze „Affaire“ mit genügend Abstand zu betrachten, dann

kam der Sonntag des Gesundheitskongresses #GeKo13 in Essen!

Vorn Dietmar Schulz, Pirat, MdL, dann Prof. Elmer, Gematik, dann Lutz Martiny, Achelos.

Das sagt schon viel, vor allem vermittelt es falsche oder unzureichende Informationen!

Lutz ist Pirat wie Dietmar, er vertrat nicht die Fa. Achelos und er vertrat weder die Industrie noch die Gematik, Er vertrat die oft ignorierte Seite der Fakten, was ist tatsächlich, was ist Behauptung, egal von welcher Seite!

Leider ist das ganz und gar daneben gegangen und dann stand mein Entschluss fest.

Runter von der Liste der Kandidaten für die BTW13

Direkt nach Verlesung der 32 Gewählten, hat Lutz mich nach Hause gebracht, ich konnte mich nicht mehr aufrecht halten, ich konnte also weder gefragt werden „Nimmst du die Wahl an“, noch konnte ich Ja oder Nein sagen. Zu dem Zeitpunkt hätte ich „JA“ gesagt.

Jetzt sage ich nur noch: Streicht mich von der Liste, im Interesse der Piratenpartei nehme ich die Wahl nicht an.

Meine Direktkandidatur sehe ich nicht betroffen, ich werde mit allen, die mit ziehen und mit arbeiten wollen, mein Bestes für einen tollen Wahlkampf geben.

Einen großen Wunsch habe ich noch: Die Menschen, für deren Belange und Bedürfnisse wir die Politik mit allen Lügen und Eigeninteressen, die dahinter stehen, umkrempeln wollen,

         Diese Menschen sind es wert, alle! Jeder Einzelne!

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6 Gedanken zu „Piraten im Kopf oder im Herz – oder beides?

  1. Moin,

    ich wollte hier zu nichts schreiben, ich habe auch 5 (!!!) Werbetweets geschafft die Finger still zu halten … der 6. zeigt mir dann aber, dass ja ein Bedürfnis nach Klicks und Kommentare da ist, dem ich gerne Linderung verschaffen möchte.

    Ich möchte weder die Entscheidung kritisieren (positiv wie negativ) noch mich zu den Vorwürfen auslassen, denn dazu interessiert mich das Thema zu wenig und ich habe auch kein Interesse daran zu schauen was Lutz für angebliche Verfehlung hat oder auch nicht.
    Mir ist Lutz bisher nie negativ (in Wort und Bild) aufgefallen, von daher kann ich kein schlechtes Wort über ihn sagen.

    ABER ich habe Fragen, ich habe kritische Fragen und vor allem verstehe ich vieles nicht.

    Zum Beispiel:

    * Warum treten Piraten, die sagen es geht Ihnen nicht um Macht und Positionen zu einem #AVPampa Parteitag am zweiten Tag wieder an, obwohl sie am ersten Tag ein negatives Ergebnis hatten?

    * Warum hieß es lange Zeit … Was Lutz angeht geht mich nichts an, das klärt mit Lutz (ZU RECHT!!!) und nun ist genau dieses Problem der entscheidende Auslöser für die Konsequenz?

    * Wie kann es ein Problem geben (wie gesagt, ich maße mir nicht an zu beurteilen ob es wirklich eins ist!) das ausreicht, um auf eine Kandidatur für den Bundestag (Landesliste) zu verzichten, das jedoch gleichzeitig nicht ausreicht um auch auf eine Kandidatur für den Bundestag (Direktkandidatur) zu verzichten?
    Entweder es existiert ein Problem, dann existiert es so oder so. Oder eben die Vorwürfe sind haltlos, dann heißt es durchstehen oder zurücktreten, aber eben auch bei beiden Ämtern.

    * Was wäre passiert, wenn Du als Listenkandidat Nummer 1 gewählt worden wärst?
    Wärst Du dann auch zurückgetreten, mit all dem Schaden und Enttäuschungen Deiner Wähler, die das nach sich gezogen hätte?
    Und falls Nein, warum machst Du das mit dem Platz 27?

    Wie dem auch sei, es wird mir wahrscheinlich von einigen als persönlicher Angriff ausgelegt werden. Womöglich wird kokettiert das ich „insistiere“ 😉 …

    Nein, das ist es nicht. Ich mag samy nicht mehr oder weniger durch diese Entscheidung, noch möchte ich sie mehr oder weniger kritisieren und loben als es ich sonst auch tue, aber wer mich kennt weiß, dass ich konsequent und beharrlich bin und sachlich von persönlich zu trennen weiß. Ich hoffe diese (Kern-)Kompetenz erlangen viele Piraten ebenfalls noch, denn in einem gebe ich samy Recht. Einige Fragen beim Grillen (nicht nur bei Ihr sondern allgemein) waren respektlos, dumm, naiv und vor allem absolut unnötig.
    Es geht beim Grillen nicht um „Vorführen“ sondern um „Erkenntnis“!

    High-Noon und Showdowns könnt Ihr Face-to-face um 12:00 Uhr vor Pub machen, nicht jedoch auf einer so wichtigen Veranstaltung!

    Ich denke jedoch schon, dass man Entscheidungen die man trifft mit allen Konsequenzen durchstehen sollte. Piraten haben sich entschieden zu kandieren, die Basis hat sich entschieden sie zu ranken und dann aus Enttäuschung ob des Abschneidens nicht durchzuziehen, ist aus meiner Sicht eine Respektlosigkeit gegenüber der Basis und damit der eignen, politischen Familie. (gilt jedoch nicht für samy exklusiv!)
    Das hätte man sich alles vorher überlegen können …

    Wie dem auch sei, es wird weitergehen, es muss weitergehen!

    André

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    • Moin Husky,
      du stellst einige Fragen, die ich auch gestellt hätte.
      Du machst einige Aussagen, die ich unterschreiben kann.
      Du beschreibst dich als sachlich und formulierst doch im vorletzten Abschnitt einen Vorwurf, der erst einmal eine unbewiesene Behauptung ist.
      Hast du deine Fragen selbst beantwortet oder hast du Kenntnisse, die du zwar in deinem Frageteil ignorierst, in deinem Fazit jedoch bemühst, ohne darüber aufzuklären?

      Verwundert, Masch

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      • Hi Manfred,

        ich verstehe nicht ganz was Du meinst, daher meine Bitte mir dies kurz zu erklären.
        Im vorletzten Absatz beziehe ich mich auf mich und meine Ansichten und kritisiere das Verhalten einiger Piraten bzgl. der Landeslisten!
        Dies ist keine exklusive Kritik an samy, sondern dieses „Problem“ tritt auch bei anderen auf.

        vgl. z.B. Rücktritt von Achim (und seine Begründung dafür)

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      • Moin Husky, du unterstellst Enttäuschung ob des Ergebniisses als Rücktrittsgrund. Das in einem Kommentar zu Samys Blog muss ich auf Samy beziehen.

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  2. Ich dachte doch, ich hätte meinen Rücktritt eindeutig klar gemacht!
    Da ich leider nicht verhindern kann, dass mir mein Mann und seine Arbeit – auch wenn vollkommen unangemessen und nicht auf Tatsachen beruhend – immer mal wieder unter die Nase gerieben wird (wo Rauch ist, muss doch auch irgendwo ein Feuer sein!), war zu bedenken, dass eine Presse auch schreiben kann: Piratin bringt durch die Hintertür Lobbyismus in den Bundestag“ – Die Behauptung kommt ja sogar von Piraten!
    Der Listenplatz 27 ist vollkommen aussichtslos, aber macht einen Bericht in der Presse möglich: „So wählen Piraten ihre Listenkandidaten aus! Lobbyismus durch die Hintertür!“

    Ich wollte und will nichts anderes als Schaden abwenden, den wir im Wahlkampf nicht auch noch gebrauchen können!
    Meine Direktkandidatur ist davon gar nicht betroffen, da ich nicht im Mittelpunkt des Interesses stehe, ein Direktkandidat der Piraten hat nämlich Null Aussicht, in den Bundestag einzuziehen!
    Ich habe 2012 mit Erfolg Wahlkampf als Direktkandidatin gemacht, ich halte da eine gewisse Kontinuität für sinnvoll, daher bleibt es dabei!
    Außerdem sei noch angemerkt: es ist mir nicht leicht gefallen, ich habe es gründlich durchdacht und das Ergebnis ist meine ganz private Gewissensentscheidung und ich erwarte nicht, dass mich jeder versteht.

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