Die Macht der Bilder & die Gefahr der Inszenierung

Wiegold zwo

Nein, vermutlich hat kein vernünftiger Mensch erwartet, dass sich Staats- und Regierungschefs zahlreicher Nationen beim Solidaritätsmarsch für die Opfer der Terroranschläge in Paris am vergangenen Sonntag unter die Millionenmenge der Demonstranten gemischt haben. Gerade nach solchen Anschlägen wie dem auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo ist es nicht verwunderlich, dass Sicherheit für prominente Politiker einen wichtigen Stellenwert hatte.

Zugleich sollte die Beteiligung der Staats- und Regierungschefs auch ein Zeichen der Solidarität setzen. Ein ehrenwertes Ziel, nur: um dieses Ziel zu erreichen, bedurfte es einer Inszenierung. Und die Medien haben bei dieser Inszenierung mitgespielt. Denn die Spitzenpolitiker waren nicht nur, verständlich, vom Rest des Trauermarsches abgeriegelt – sondern sie waren davon so weit entfernt, dass sich in der Tat die Frage aufdrängt, ob sie tatsächlich daran teilgenommen oder ihn gar, wie es unisono in den Berichten hieß, angeführt haben.

Erst mit ein bisschen Verspätung wurde diese massive Trennung in Medien thematisiert.

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Quick – Je suis Hollarius

www.Hollarius.de

Nein, ich bin nicht Charlie. Warum bin ich das nicht? Wegen der teilweise islamamophoben oder rassistischen Karikaturen, von denen man liest? (ich habe mir jetzt nicht so viele CharlieHebdo-Karikaturen angeschaut, ich verstehe kein Französisch, also kommt bei mir von den Dingern nicht so viel an.) Könnte ein Grund sein, aber der wichtigste Grund ist: Ich hab keinen Bock auf die Betroffenheitskacke. Ich habe kein Bock an dem einen Tag Amerikaner sein zu müssen, an einem anderen Tag Charlie und am nächsten vielleicht mal Achmed – ach nee, das wird schon nicht passieren.
Mir wäre es viel lieber, wenn wir als Gesellschaft mal ausnahmsweise nicht betroffen wären, sondern zornig. Zornig auf jeden Hassprediger, egal ob in Moscheen, Kirchen oder Bethäusern, ob beim Friedenswinter oder bei Pegida. Zornig auf CSU-Idioten, die verkünden, dass wer betrügt, auch fliegen würde – Politiker einer Partei, in der Betrug zur Tradition gehört. Zornig auf Zeitungen wie…

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Ich will das nicht hören!

@moonopool

Wer jetzt die Einführung der Vorratsdatenspeicherung als Reaktion auf den Anschlag auf „Charlie Hebdo“ fordert, der kann sie doch eigentlich nicht mehr alle an der Waffel haben. Seit wann genau speichert Frankreich Telekommunikations-Verbindungsdaten 12 Monate? Ja genau: Seit 2006. Hat es geholfen? Nein! Folgerung: Setzen. Sechs.

Nur wenig besser schneidet der Vorschlag ab, die Ausstattung der Polizei zu verbessern, wie es die Piratenpartei soeben gefordert hat. Die Redaktion von „Charlie Hebdo“ stand unter Sonderbewachung. Bewaffnete Beamte in Zivil in Sichtweite. Hat es geholfen? Nein.

Fakt ist: Einen derartigen Anschlag, der nur einen Kleinwagen, zwei Kalaschnikows und zwei fanatische Menschen braucht, die nicht zu dämlich sind, um sich ein paar Eckdaten über das Ziel (Zeit der Redaktionskonferenz, nicht einmal die Hausnummer wussten sie) zu beschaffen, lässt sich nicht verhindern.

tl;dr: Es geht nicht.

Die einzige Möglichkeit des Schutzes gegen solche Dinge ist eine gesellschaftliches Klima extremer Offenheit und Toleranz…

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